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Reformation

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Reformation - warum?

"Aus welchem Grund hat Zwingli die katholische Kirche reformiert?"
Es sollen einige der zahlreichen Gründe angegeben werden, warum die Kirche reformbedürftig war, und einige der Ziele, die Zwingli verfolgte.

Vorweg: Genau wie die anderen Reformatoren verstand sich Zwingli ganz selbstverständlich als Glied der katholischen Kirche. Er wollte niemals eine neue Kirche gründen. D.h., Zwingli hat sich zwar deutlich von der RÖMISCH-katholischen Kirche distanziert, diese Distanzierung wurde aber keineswegs als Absage an eine katholische (= umfassende, allgemeine) christliche Kirche verstanden. Als Christ und als Priester war ihm die Kirche wichtig, deshalb prangerte er ihren kranken Zustand an und wollte zu ihrer Heilung beitragen, sie reformieren.

Was "krank" war? Kurz: zu viel Geld, Macht und Egoismus war im Spiel. Und das Wesentliche des Christentums verschwand dahinter.

Die Kritik an Missständen und Unmoral der Kirche war sehr verbreitet. Sie kam auch von verschiedenen Geistlichen, wichtig war aber die zunehmende Kritik aus dem Volk (nicht nur ein Zeichen grösserer Kirchenkrise, sondern auch höherer Laienbildung und der blühenden Volksfrömmigkeit). Doch Abhilfe schuf die Kirche nicht; einer der Gründe für dieses Versagen war die Tatsache, dass für die Verfehlungen jeweils Bussen zu zahlen waren und sich diese Bussen zu einer beträchtlichen, ja unentbehrlichen Geldquelle für Papst und Bischof entwickelt hatten! Dazu kam, dass gewisse Verfehlungen so alltäglich waren, dass sie allmählich kaum jemanden mehr aufregten: Das Konkubinat der Priester z.B. war so häufig, dass viele diese Doppelmoral tolerierten.

Der Wunsch nach Reformen war unüberhörbar. Vor den Reformatoren bemühten sich schon andere um Reformen, oft mit wenig Erfolg. Meist blieben Verbesserungsbemühungen an der Oberfläche (organisatorisch, institutionell) und packten nicht die Wurzel: Es geht um ein Problem des Glaubens.

Wo es an die Wuzel geht, wird's radikal. Da stellen sich zwei Fragen. 1. Wer sagt mir, was gültige Wahrheit ist? Die Bibel als Gottes Wort oder die menschlichen Lehren der kirchlichen Tradition? und 2. Wer verschafft mir Zugang zu Gott? Christus oder die Kirche und meine eigenen guten Werke? - Zwingli stellte hier diese zwei wesentlichen Gegensätze auf: Einerseits zwischen der Autorität der Kirche und der Autorität der Bibel, andererseits zwischen der Suche nach Heil durch Christus und der Suche nach Heil durch irgendjemand oder irgendetwas anderes.

Zum Ersten: Zwingli wollte die Bibel ernst nehmen. Wollte diejenigen Lehren und Bräuche der mittelalterlichen Kirche abschaffen, die nicht durch die Bibel begründet waren, ihr sogar widersprachen. Wollte die Bibel allen Laien zugänglich machen (Übersetzung, Predigt), da sie so klar ist, dass sie nicht nur Profis lesen können (Heiliger Geist hilft allen). Wollte die Gläubigen befreien von zusätzlichen Gesetzen, die gar nicht aus der Bibel kommen (vgl. "Wurstessen", "Zölibat"). Und Zwingli wollte die Kirche, die ganze Gesellschaft wieder ausrichten nach der Bibel als höchster und einziger Instanz der Lebensführung. Das hiess für ihn: Gott und sein Wort respektieren und die Mitmenschen respektieren, eben auch die "Laienchristen" ("Priestertum aller Gläubigen"), und auch die Randständigen (ethische Appelle, Armenfürsorge). Von der römisch-katholischen Lehre entfernte er sich, weil er das Evangelium, Christentum, wie es ursprünglich gedacht war ("ad fontes") - und sonst nichts - zu predigen und zu leben versuchte.

Zum Zweiten: Zwingli war überzeugt, dass niemand ausser Christus zwischen Gott und dem Menschen vermitteln und versöhnen kann. Keine Priester, keine Heiligen, keine Institution Kirche. (Weil man die Kirche als "Vermittlerin zum Himmel" verstand, konnte sie mit der Angst und dem schlechten Gewissen der Gläubigen ein Riesengeschäft machen, vgl. "Ablasshandel".) Auch keine für heilig gehaltenen Dinge, keine Reliquien, keine Wallfahrtsorte, keine Zeremonien und Rituale, Geldspenden, "frommes Getue oder Tun", kein Aberglaube,... gelten ihm als nötig fürs Heil. Alles, was dieser Überzeugung widersprach, wollte er reformieren, damit Gläubige ihr Vertrauen uneingeschränkt auf Christus richten können - und nicht auf Geschöpfe, die nicht halten können, was sie versprechen.

Dies einige der Gründe, warum Zwingli seine Kirche reformierte. Dass dies nicht nur seine eigenen Ideen waren, sondern er dazu berufen war, dafür zu leben und zu sterben, davon war er spätestens dann überzeugt, als er nahe am Pesttod wieder geheilt worden war (vgl. "Pestlied").

C. Schnabel am 2. September 1999 (bearbeitet)

 
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